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GEMEINSAM WOHNEN

von Heike Jung

Alt sind immer nur die andern,
die irgendwann ins Heim abwandern ...
Ich dagegen bleibe jung,
nehm jede Kurve noch mit Schwung!
Ich trage Jeans wie meine Enkel
(ist drunter faltig auch der Schenkel),
ich schwimme, walke, fahre Rad
und gönne mir ein Wellnessbad -
bis plötzlich das Arthroseknie
schmerzt und anschwillt, aber wie!!
Das Treppensteigen wird beschwerlich,
ich schau auf Nachbars Lift, begehrlich,
und Opas Rollstuhl, längst verstaut,
wird vorsichtshalber aufgebaut.
Wie soll denn das jetzt weiter gehen?
Es droht Verfall, von Kopf bis Zehen ...
Schon meckert, wenn ich morgens lüfte,
das Kreuz, dann auch die linke Hüfte,
und am Abend ist ganz klar,
“dass nichts bleibt, dass nichts bleibt,
wie es war.“


Wie wär’s denn mit Zusammenziehen,
um dem Heim so zu entfliehen?
Ich kenne Freaks, die – gleichgesinnt -
man leicht für die Idee gewinnt!
Doch wer soll, bitteschön, wen pflegen,
kann keiner sich mehr recht bewegen?!?
Wär’s da nicht besser, bunt zu mischen,
als „Großfamilie“ – Kids dazwischen?
Will Mama dann mal zum Frisör,
schwupp, nimmt ihr jemand ab das Gör
oder lädt zur Märchenstunde
in seine Sofa-Sessel-Runde.
Und braucht ein Senior Wein und Säfte,
hat zum Transport doch nicht die Kräfte -
ein Youngster fährt in jedem Falle
und holt Getränke fix für alle.
Kurz, jeder trägt zur Nachbarschaft
bei, was er kann: Zeit, Grips und Kraft.
Gemeinsam – statt einsam,
packen wir’s an,
Jung und Alt, und Frau und Mann.
Statt weiter vor sich hin zu dümpeln,
fang ich gleich an zu entrümpeln!
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